Hannover Linden-Nord

Demokratiebildung und Partizipation

Beide Konzepte -die Demokratiebildung und die Partizipation- sind aus unserer Sicht in der Grundschule von großer Bedeutung. Sie ergänzen sich und sind wichtig für die Entwicklung von selbstbewussten, verantwortungsbewussten und aktiven Kindern.
Die Demokratiebildung vermittelt den Kindern demokratische Prinzipien und Werte wie Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit, die für eine funktionierende Gesellschaft entscheidend sind. In dem Zuge lernen sie kritisch zu hinterfragen, respektvoll miteinander umzugehen, sich ihre eigene Meinung zu bilden und auch andere Meinungen zu akzeptieren. Partizipation ermöglicht den Kindern aktiv an ihrem eigenen Lernprozess und an der Gestaltung des Schullebens teilzunehmen. Die Kinder lernen, dass sie Einfluss auf ihre Umgebung haben, ihre Stimme zählt und ihre Meinungen und Ideen wertvoll sind. Dadurch entsteht Motivation und Verbundenheit. An unserer Schule wird dies vor allem in folgenden Bereichen gelebt und sichtbar:

Klassensprecher*innenwahl

In den ersten Wochen des Schuljahres finden die Klassensprecher*innenwahlen statt. Nach einer gemeinsamen Vorbereitung, in der das Amt und die Rolle der Klassensprecher*innen geklärt und der Ablauf einer Wahl besprochen wird, können die Kinder sich entscheiden, ob sie sich als Kandidat*in aufstellen lassen wollen. Es werden Wahlplakate erstellt und Reden gehalten, bis es schließlich zur Wahl kommt. Alle Jahrgänge wählen jedes Jahr aufs Neue ihre/n Klassensprecher*in. Damit die Lernanfänger*innen genügend Zeit zum Ankommen und Kennenlernen der Schule haben, finden die Wahlen des 1. Jahrgangs im 2. Halbjahr statt.

Klassenrat

Im wöchentlichen Klassenrat beraten, entscheiden und diskutieren die Schüler*innen über selbstgewählte Themen rund um das Schulleben. Sie können hier u. a. ihre Anliegen besprechen, gemeinsam Lösungen finden und Aktivitäten planen. Der Klassenrat stärkt die Klassengemeinschaft, fördert das Verantwortungsbewusstsein und das demokratische Handeln. Aus dem Klassenrat entsenden die Klassen ihre Klassensprecher*innen in den Schüler*innenrat unserer Schule.

Ein fester Bestandteil unseres wöchentlichen Klassenrats ist die Buttonrunde. Jede Klasse hat einen eigenen Button, der einmal pro Woche an ein Kind verliehen wird. Jedes Kind darf ein anderes Kind für den Button vorschlagen und begründet dabei, warum es dieses Kind ausgewählt hat. Die Vorschläge sollten sich hierbei an den Aspekten Fairness, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit und Respekt orientieren. So richten die Kinder ihren Blick bewusst auf die positiven Dinge, die sie im gemeinsamen Schulalltag erleben. Anschließend stimmen die Kinder ab. Das Kind mit den meisten Stimmen wird zum Buttonkind der kommenden Woche und darf den Button tragen. Die Klassenlehrkraft begleitet die Runde und achtet darauf, dass die Vorschläge, Begründungen und Abstimmungen respektvoll und fair ablaufen. Die Buttonrunde stärkt damit die Wertschätzung füreinander und macht sichtbar, wie wichtig ein gutes Miteinander in der Klasse ist.

Schüler*innenrat

Im Schüler*innenrat treffen sich alle Klassensprecher*innen der Schule. Sie tragen die Ideen, Wünsche und Anliegen ihrer Klassen vor und besprechen sie gemeinsam. Hier wird zugehört, diskutiert und entschieden – zum Beispiel, was im Schulalltag verbessert werden kann oder welche Projekte umgesetzt werden sollen. Auch Mitarbeitende geben dem Schüler*innenrat Aufträge, etwa bei Abstimmungen zu Schulausflügen oder Aktionen. So lernen die Kinder, Verantwortung zu übernehmen und die Schule aktiv mitzugestalten. Die Klassensprecher*innen tragen die Infos aus dem Schüler*innenrat dann wieder zurück in den Klassenrat. 

Schulsprecher*innenwahl & Kinderkonferenz

Aus dem Schüler*innenrat wird das Schulsprecher*innenteam gewählt. Die Schulsprecher*innen tragen wichtige Anliegen aus dem Schüler*innenrat bei den Mitarbeitenden vor, zum Beispiel in einer Dienstbesprechung und tauschen sich mit der Schulleitung aus. Sie fassen die Infos und Aufträge aus dem Schüler*innenrat für alle Kinder unserer Schule in einem Video zusammen. So wissen alle, worüber gesprochen und was entschieden wurde. Außerdem nimmt unsere Schule, vertreten durch das Schulsprecher*innenteam, an den regionalen Kinderkonferenzen teil, bei denen sich die Schulsprecher*innen der Grundschulen aus Hannover austauschen. So bringen sie die Stimmen der Kinder auch über unsere eigene Schule hinaus.

Kinderparlament

Das Kinderparlament findet während unserer Betreuungszeiten statt. Hier lernen interessierte Kinder, ihre Ideen zu äußern, die Bedürfnisse aller zu bedenken und Entscheidungen gemeinsam zu treffen. Ein zentrales Projekt des Kinderparlaments ist die Planung einer ganzen Ferienwoche in den Sommerferien. Dabei sammeln die Kinder Wünsche aus der gesamten Schüler*innenschaft, planen und entwickeln Angebote und treffen Entscheidungen über Programm, Ausflüge und Verpflegung. Die Kinder lernen hier Verantwortung zu übernehmen, Prozesse zu strukturieren, gemeinsam Lösungen zu finden und ihre Ideen schrittweise umzusetzen. 

Kinderbriefkasten

Durch den Kinderbriefkasten erhalten unsere Schüler*innen die Möglichkeit, Ideen, Wünsche, Sonnenscheinmomente, Lob und Kritik mitzuteilen oder Anliegen und Sorgen (auch anonym) anzusprechen. Der Kinderbriefkasten befindet sich in unserer Eingangshalle. Dort liegen Zettel und Stifte bereit. Der Briefkasten kann auch genutzt werden, um mit einer Ansprechperson der Schule in Kontakt zu treten. Dabei besteht die Möglichkeit, ein Gespräch mit der Schulsozialarbeiterin, den Sozialpädagog*innen, den SIS oder der Beratungslehrkraft zu wünschen. Hierfür werden die entsprechende Ansprechperson sowie der eigene Name und die Klasse auf dem Zettel angegeben. Der Briefkasten wird jeden Freitag geleert. Anschließend erfolgt zeitnah eine Rückmeldung. Sonnenscheinmomente, Lob und Kritik können auch anonym eingereicht werden. Diese Rückmeldungen werden an den Schüler*innenrat weitergegeben.

Einwahlen

Die Interessen und Bedürfnisse unserer Schüler*innen stehen auch bei der Gestaltung unserer Angebotszeiten im Mittelpunkt. Zu Beginn eines jeden Schuljahres entwickeln die jeweiligen Teams vielfältige Angebote, die thematisch zu den einzelnen Angebotszeiten passen und unterschiedliche Interessen, Stärken und Begabungen aufgreifen. Damit die Kinder eine echte Wahl treffen können, werden ihnen die verschiedenen Angebote zunächst vorgestellt. Sie erhalten die Möglichkeit, sich zu informieren, Fragen zu stellen und herauszufinden, welches Angebot am besten zu ihren eigenen Interessen passt. Anschließend wählen die Schüler*innen ihre persönlichen Wünsche aus: Sie können jeweils einen ersten, zweiten und dritten Wunsch angeben. Die Einwahlen werden anschließend ausgewertet und die Kinder möglichst entsprechend ihrer Interessen und Wünsche den Angeboten zugeteilt. Durch die regelmäßigen Neuwahlen haben sie die Möglichkeit, verschiedene Angebote auszuprobieren, andere Interessen zu entdecken und ihre Entscheidung wieder neu zu treffen.